Band

Mitglieder

Axel Koch – Gesang, Gitarre
Bernd Hartwich – Bass
David Baalcke – Gesang, Perkussion
Axel Wagner – Schlagzeug
Markus Johne – Tasteninstrumente
Robert Alonso – Trompete
Andreas Höhne – Posaune
Jürgen Rippe – Saxophon

Biographie

Ich lernte Axel Koch Mitte der 0er Jahre bei Best Records, einem Plattenladen nahe der Pinakotheken kennen. Obwohl ich an diesem Abend mit einer gut erhaltenen Version von „Saint Dominic’s Preview“ nach Hause kam, ging es im Laden zuvor um viel mehr Popmusik von Künstlern wie Brian Wilson, Roger Nichols, Harry Nilsson und hundert anderer Bands deren Namen Axel, Christoph Best und ich uns gegenseitig zuwarfen. Irgendwann wollte Christoph seinen verdienten Feierabend angehen und so standen Axel und ich noch einige Zeit vor dem Geschäft auf der Straße und unterhielten uns über unsere Pop-Universen. So wie es uns übrigens auch heute noch passiert wenn wir nach Bandproben unsere Fahrräder von Nordschwabing Richtung Altstadt schieben, weil wir sonst nicht die Zeit hätten alle Larry Marks-Produktionen, die besten Carlos Lyra-Alben, die schönsten Interpretationen des Stückes „High Coin“ oder was-auch-immer aufzuzählen (tatsächlich kommen wir auf diesem Weg immer an Best Records vorbei). Damals setzten wir unsere Unterhaltung in den darauf folgenden Wochen in Schwabinger Cafehäusern fort, neue Welten gab es zu entdecken, Musik, Filme und Bücher wurden ausgetauscht.

2004 - Axel & Bernd am 60er StadionAxel hatte zu dieser Zeit eine Band namens C.L.A.R.K. und „meine“ Band Merricks hatte sich ein paar Jahre zuvor aufgelöst, im wahren Sinne des Wortes, ohne großen Knall, eher wie eine mittelhohe Welle (für mich seinerzeit natürlich riesig), deren Ausläufer langsam im Sand versickerten. Ich hielt mich anschließend mit Studioprojekten musikalisch über Wasser, verspürte aber den Drang endlich wieder auf Bühnen zu stehen. Axel begann gerade deutsche Texte bei seinen Songs zu verwenden, unter anderem aus der Begeisterung über Werner Enke-Filme („Zur Sache, Schätzchen“ startet genau an der Straßenecke, die Axel aus dem Fenster seiner damaligen Wohnung überblickte), und somit war ein wichtiges Element für unser gemeinsames Bandprojekt gegeben. Neben den deutschen Texten war (und ist) uns die Verwendung einer Bläser-Sektion innerhalb der Band wichtig, in meinem Fall weil ich das in Verbindung mit Gitarrenpop schon immer toll fand und in frühen Jahren von Bands wie Dexys, Jamie Wednesday, Family Five oder diesen großartigen Momenten wenn Bands wie The Saints oder Stiff Little Fingers Bläser in ihren Sound einbanden, begeistert war.

Zu den Proben kamen größtenteils Musiker aus Axels Band und einige, die ich aus alten Merricks-Tagen kannte. Wobei das Zusammenfinden einige Zeit dauerte, gerade mit dem Gebläse. Meine Güte, wer da alles durch unseren Proberaum geschleust wurde! Von renommierten Jazzgrößen bis zum begeisterten Autodidakten, der zum ersten Mal in seinem Leben in eine Art Posthorn stieß (und dann leider nie wieder kam). Nach einiger Zeit war der Raum aber regelmäßig mit neun Leuten gefüllt, ein passender Bandname wurde gefunden und dem ersten Auftritt stand nichts mehr im Wege.
2005 - Erster DEG Auftritt im Zerwirk-Gewölbe mit Isis Ertongur (Gesang)Und der hatte es irgendwie in sich. Durch Zufall gelang es uns den Festsaal des historischen Zerwirkgebäudes in der Münchener Innenstadt anzumieten und zum Konzert war das Ding auch restlos voll. Natürlich wurden die Räumlichkeiten kurz darauf wegen Lärmbeschwerden, Brandschutzbestimmungen und „Und überhaupt!“ wieder geschlossen, aber unser erster Auftritt dort im Mai 2005 bleibt mir als legendär in Erinnerung. Vielleicht nicht unbedingt von musikalischer Seite, wir waren ja noch in der Findungsphase und die Gebäudetechnik war auch etwas überfordert (Clever wie wir damals schon waren hatten wir keinen Eintritt verlangt, so dass niemand empört sein Geld zurück verlangen konnte. Das Geld fehlt uns heute noch.), aber es lag ein gewisser Zauber und eine angenehme Spannung in der lauen Frühjahrsluft, woran ich mich gerne zurück erinnere. Neben Axel (Gesang, Gitarre) und mir (Bass) standen David Baalcke (Gesang, Perkussion), Isin Ertongur (Gesang), Stefan Berger (Gitarre), Martin Lutz (Tasteninstrumente), Robert Alonso (Trompete), Jürgen Rippe (Saxophon), Andreas Höhne (Posaune) und Martin Prötzel (Schlagzeug) auf der Bühne und für die meisten der Genannten war es wohl ebenfalls die richtige Art von Startschuss.

Weitere Konzerte (dann ohne Isin) folgten, über das Stück „Große Pläne“ (auch heute noch in unserer Setlist) auf unserer Myspace-Seite wurde das Berliner Label Firestation Records auf uns aufmerksam. Schnell wurden wir uns mit ihnen über eine Single („Eine neue Welt“,FST 071) einig, die 2006 erschien und sich vor allem in Japan rasch verkaufte. Inzwischen entwickelte die Band mehr und mehr Songmaterial, das bei vielen Gelegenheiten live getestet wurde, so dass bald die Trackliste für das erste Album stand.

2006 - Erste Single mit Stefan Berger, Martin Prötzel und Martin LutzWährend der Aufnahmen hierzu verloren wir leider nicht nur Gitarrenlegende Stefan Berger, sondern auch Martin Prötzel, dessen Platz am Schlagzeug aber bald darauf Axel Wagner einnahm (ihn kannten wir aus dem Münchener Nachtleben und durch die Band Luger). Immerhin galt es nun die durchwegs positiven Reaktionen auf die zweite Single („Junge Leute“, FST 076) und das erste Album („Der Englische Garten“, FST 084; 2010) live zu bestätigen. Wir spielten weiter fortlaufend Konzerte an allen möglichen Orten wie beispielsweise Haus der Kunst, Theatron, Gasteig und oftmals Atomic Café, unter anderem gemeinsam mit Superpunk, Liga der gewöhnlichen Gentlemen, Blumfeld, Mighty Mighty oder Orchids. Bei einem zweiten Auftritt in Berlin gefiel es Martin Lutz vielleicht so gut dass er beschloss für immer dort zu bleiben. Markus Johne, der auch schon in der allerersten Merricks-Besetzung die Tasten bediente, kam zu uns und stand bei nächster Gelegenheit mit auf der Bühne.

2013 - Live im Theatron mit Axel Wagner (Drums) & Markus Johne (Tasteninstrumente)Auf dem aktuellen Album „Die aufgeräumte Stadt“ (FST 103) sind noch beide Keyboarder zu hören. „Ja ja, das schwierige zweite Album…“ mag der geneigte Leser jetzt denken, aber so ist es nicht. Es ist das FAMOSE zweite Album! Handmade in Munich! Ohne diese Arbeit (ja, das ist es auch) würde ich vielleicht immer noch ausschließlich soundfiles auf dem Computer hin – und herschieben.Wie viel lieber schiebe ich doch nachts mein Fahrrad an Best Records vorbei.

Bernd Hartwich, Januar 2014

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